Entlastungsbetrag/Entlastungsleistungen

Was sind Entlastungsbetrag bzw Entlastungsleistungen?

Menschen, die von Angehörigen oder anderen nahestehenden Personen gepflegt werden, gewährt die Pflegeversicherung monatlich  bis zu 125,00 Euro zur Finanzierung von Leistungen, die die Pflegenden entlasten. Diesen Betrag nennt man Entlastungsbetrag, die damit finanzierten Leistungen Entlastungsleistungen.

Wer erhält Entlastungsleistungen?

Den Entlastungsbetrag erhalten in der Regel alle Pflegebedürftigen in häuslicher Pflege, also sowohl diejenigen, die einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nehmen als auch diejenigen, die von Angehörigen gepflegt werden.

 

Welche Entlastungsleistungen bietet Aake an?

Im Allgemeinen können alle von Aake angebotenen Pflegeleistungen auch als

Entlastungsleistungen in Anspruch genommen werden. Am häufigsten nachgefragt werden Reinigen der Wohnung (putzen), waschen der Wäsche und einkaufen.

 

Wie bekomme ich Entlastungsleistungen?

Für den Entlastungsbetrag muss kein gesonderter Antrag gestellt werden.

 

Wie werden Entlastungsleistungen abgerechnet?

Bei der Abrechnung bestehen 2 verschiedene Möglichkeiten, ganz nach Wunsch des Versicherten.

Entweder rechnet der Leistungserbringer mit dem Versicherten ab und dieser dann mit der Pflegeversicherung oder der Versicherte tritt seine Ansprüche an den Leistungserbringer ab und dieser rechnet direkt mit der Pflegeversicherung ab (nicht bei allen Pflegekassen möglich).

 

Wie ist die gesetzliche Grundlage für den Entlastungsbetrag?

Sozialgesetzbuch (SGB) - Elftes Buch (XI) - Soziale Pflegeversicherung
§ 45b Entlastungsbetrag

(1) Pflegebedürftige in häuslicher Pflege haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich. Der Betrag ist zweckgebunden einzusetzen für qualitätsgesicherte Leistungen zur Entlastung pflegender Angehöriger und vergleichbar Nahestehender in ihrer Eigenschaft als Pflegende sowie zur Förderung der Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit der Pflegebedürftigen bei der Gestaltung ihres Alltags. Er dient der Erstattung von Aufwendungen, die den Versicherten entstehen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von
1. Leistungen der Tages- oder Nachtpflege,
2. Leistungen der Kurzzeitpflege,
3. Leistungen der ambulanten Pflegedienste im Sinne des § 36, in den Pflegegraden 2 bis 5 jedoch nicht von Leistungen im Bereich der Selbstversorgung,
4. Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a.
Die Erstattung der Aufwendungen erfolgt auch, wenn für die Finanzierung der in Satz 3 genannten Leistungen Mittel der Verhinderungspflege gemäß § 39 eingesetzt werden.
(2) Der Anspruch auf den Entlastungsbetrag entsteht, sobald die in Absatz 1 Satz 1 genannten Anspruchsvoraussetzungen vorliegen, ohne dass es einer vorherigen Antragstellung bedarf. Die Kostenerstattung in Höhe des Entlastungsbetrags nach Absatz 1 erhalten die Pflegebedürftigen von der zuständigen Pflegekasse oder dem zuständigen privaten Versicherungsunternehmen sowie im Fall der Beihilfeberechtigung anteilig von der Beihilfefestsetzungsstelle bei Beantragung der dafür erforderlichen finanziellen Mittel gegen Vorlage entsprechender Belege über entstandene Eigenbelastungen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme der in Absatz 1 Satz 3 genannten Leistungen. Die Leistung nach Absatz 1 Satz 1 kann innerhalb des jeweiligen Kalenderjahres in Anspruch genommen werden; wird die Leistung in einem Kalenderjahr nicht ausgeschöpft, kann der nicht verbrauchte Betrag in das folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden.
(3) Der Entlastungsbetrag nach Absatz 1 Satz 1 findet bei den Fürsorgeleistungen zur Pflege nach § 13 Absatz 3 Satz 1 keine Berücksichtigung. § 63b Absatz 1 des Zwölften Buches findet auf den Entlastungsbetrag keine Anwendung. Abweichend von den Sätzen 1 und 2 darf der Entlastungsbetrag hinsichtlich der Leistungen nach § 64i oder § 66 des Zwölften Buches bei der Hilfe zur Pflege Berücksichtigung finden, soweit nach diesen Vorschriften Leistungen zu gewähren sind, deren Inhalte den Leistungen nach Absatz 1 Satz 3 entsprechen.
(4) Die für die Erbringung von Leistungen nach Absatz 1 Satz 3 Nummer 1 bis 4 verlangte Vergütung darf die Preise für vergleichbare Sachleistungen von zugelassenen Pflegeeinrichtungen nicht übersteigen. Näheres zur Ausgestaltung einer entsprechenden Begrenzung der Vergütung, die für die Erbringung von Leistungen nach Absatz 1 Satz 3 Nummer 4 durch nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag verlangt werden darf, können die Landesregierungen in der Rechtsverordnung nach § 45a Absatz 3 bestimmen.

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